Marktberichte

KUPFER

letztes Update: 07.09.2010 

 

Kupfer: HIGH: 7730 LOW: 7670 Close: 7709  

Unterstützung: 7500 Widerstand: 7750 Contango: 13 

 

Die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten konnten am Freitag die Kupferkurse erneut antreiben. Entgegen der Vorhersagen über einen Abbau von 105.000 bis 130.000 wurden lediglich 54.000 Stellen im August vernichtet. Dem offziellen Bericht zufolge wurden in der Privatwirtschaft sogar 67.000 neue Jobs geschaffen, wovon 40.000 Stellen auf das Gesundheits- und Sozialwesen entfallen. Der zwei Tage zuvor veröffentlichte Bericht vom privatwirtschaftlichen Unternehmen ADP vermeldete noch einen Abbau von 10.000 Stellen in der Privatwirtschaft. Die Vormonatswerte wurden zudem nach oben korrigiert. Die Kupfernotierungen stiegen in der Spitze bis auf $7750 und markierten damit eine neue Widerstandslinie. Der Kusanstieg wurde dann aber vom Einkaufsmanagerindex aus dem amerikanischen Dienstleistungssektor gestoppt, der nicht seinem Pendant aus dem Verarbeitenden Gewerbe folgte, sondern von 54,3 auf 51,5 Punkte absackte. Kupfer schloß die Woche mit $7646. Aufgrund eines US-Feiertages verlief der gestrige Handel relativ ruhig. Die Metallmärkte profitierten weiterhin vom amerikanischen Arbeitsmarktbericht und handelten um $7700. Mit Blick auf die fundamentale Marktseite wird für das vierte Quartal nun mit einem Kursniveau um $7800 gerechnet. Im Zuge einer zunehmenden Nachfrage aus Asien und einer Angebotsverknappung durch geringere Erzgehalte bei der Kupfergewinnung erwartet u. a. das Bankhaus Standardbank im kommenden Jahr ein Marktdefizit von 200.000t, 2012 sogar von 500.000t. Vorerst drückte der schwächere Euro aber auf die Notierungen, die mittlerweile unter $7600 liegen. Für einen erneuten Kursanstieg könnten vielleicht die am Freitag anstehenden August-Handelszahlen aus China sorgen. Die Erwartungshaltung am Kupfermarkt ist positiv, weil im zurückliegenden Monat die Arbitragemöglichkeiten zwischen der Börse in London und Shanghai intensiv genutzt wurden. 

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

HIGH: 1,2918 LOW: 1,2863  

 

Unbeeindruckt von den überraschend erfreulichen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt bewegte sich der Euro am Freitag in Richtung $1,2900. Trotz der positiven Entwicklung sind die Probleme am amerikanischen Arbeitsmarkt noch nicht gelöst. Erst gestern kündigte Präsident Obama in seiner Rede zum Labour Day zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den nächsten sechs Jahren Investititonen in Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von 50 Mrd. USD an. Im Vorfeld hatte die Regierung bereits zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit laut über Steuerentlastungen von Unternehmen nachgedacht. Doch um den Dollar stützen zu können, müssen die Konjunkturdaten nach den enttäuschenden Wochen insgesamt ein positiveres Bild abgeben. Ankündigungen alleine verfehlen noch ihre Wirkung. Voraussichtlich wird die Zuversicht der Anleger in den Dollar erst dann wieder zunehmen, wenn die Fed aufgrund überzeugender Konjunkturindikatoren von ihrer Nullzinspolitik abrücken wird. Darum werden die leichten Verluste des Euros heute Morgen voraussichtlich auch nicht von langer Dauer sein. Belastend wirkte sich ein Artikel im Wall Street Journal über die Stabilität des europäischen Bankensystems aus. Insbesondere die Belastbarkeit der Ergebnisse des im Sommer durchgeführten Stresstests wurde in Frage gestellt. In der letzten Woche hatte die EZB erst die Stützungsmaßnahmen der Banken bis ins nächste Jahr verlängert. Heute äußert sich Kommissionspräsident Barroso zur Lage der Europäischen Union. Sollte sich das Thema Schuldenkrise damit wieder in den Vordergrund drücken können, wird der Euro heute wahrscheinlich nicht mehr an Fahrt gewinnen. 

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)